Sonntag in Berlin

Viele neue Leute zogen nun in die Stadt. Sie kamen aus von überall her, aus Bielefeld-Brackwege, dem Ruhrgebiet und sogar aus Schwaben. Nichts trieb sie: woher sie kamen, litten sie keine Not; sie kamen nicht, weil es ansonsten keine Möglichkeit mehr gegeben hätte; sie kamen nicht, weil sie von ihren Eltern verkauft worden wären an Bewegtbildunternehmer aus der großen Stadt. Weiterlesen

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Pizza mit Sahne – Was die Mudda von Lieferando kocht

Ob Nutellabrötchen oder Spaghetti mit Ketchup – es gibt Küchenklassiker, die lassen sich nicht verbessern. Das Schlemmerfilet à la Bordelaise zum Beispiel. Auch Wackelpudding, Chicken Tikka oder die 47 H (mit doppelt gebackener Hühnerbrust) schmecken so am besten, wie wir es gewohnt sind. Nun wagt sich der Bringdienstvermittler “Lieferando” an eine aufregende Neuinterpretation von Pizzaklassikern. Weiterlesen

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Finanzjuden – gefesselt und gefickt. Content ist kinky

Was die Leute auf meinem Blog suchen, mag vielleicht einiges über diese Leute verraten. Doch steht zu befürchten, dass es auch etwas über mich sagt. Die Suchbegriffe, die am häufigsten auf meine Seite führen lauten nämlich so:

Arroganter Medienmanager von gestern

Arroganter Blog-Manager: Die Bedürfnisse der Leser verkannt

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finanzjuden
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gefesselt und gefickt
peter lewandowski
shades of grey erleben

Ich glaube, man macht es sich zu leicht, wenn man die Schuld bei den Lesern sucht. Das gilt für die Zeitungen der WAZ-Gruppe, aber eben auch für einen Blog wie spiralteppich.de. Die Nutzer suchen etwas – und bekommen es nicht.

Ganz klar. Die Medienkrise sollte auch uns Bloggern zu denken geben. dapd, FTD, FR: Wer dauerhaft an den Bedürfnissen der Leser vorbeischreibt, stirbt. Diese ewige Wahrheit gilt auch für uns, für die Blogger und Twitterer. Es gilt, was schon immer gegolten hat:

Content ist kinky.

 

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“Wir waren Papst” – Papstrücktritt: Steckt Julian Assange dahinter?

Nie habe ich etwas geglaubt, was der Papst gesagt hat. Ich glaube ihm auch jetzt nicht. Sollte man nicht vermuten, dass hinter seinem Rücktritt nicht weit dunklere Kräfte am Werke sind als das bloße Alter?

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Die Gentrifizierung der Dosentomate

Seit rund einem Jahr gibt es in Berlin keine Dosentomaten mehr. Den Bewohnern der Stadt ist es damit nicht mehr möglich, einfache Alltagsgerichte wie Pasta oder Pizza zuzubereiten, ohne erheblichen Aufwand in Kauf zu nehmen. Weiterlesen

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Wer Spüli verdünnt spart richtig Geld – Der Finanztipp

Was bei der Energiewende nicht klappt, ist in der heimischen Küche kein Problem: die Umwelt schonen und dabei bares Geld sparen. Wer Geschirrspülmittel in der Flasche mit Wasser verdünnt, schont nicht nur die Gewässer, sondern füttert auch sein Sparschwein. Weiterlesen

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Passend zum Wagner-Jahr: Lebe hoch, Franz Josef!

Sie haben schon oft versucht, Dich zu töten. Der erste war der Zweite Weltkrieg. Was danach kam, harmlos.

Jetzt, lieber Franz Josef Wagner, wollen sie dich schon wieder sterben sehen. Diesmal ist es ein Gagging-Autor aus dem Fernsehen. Er malt es sich schon aus, Dein Sterben, und Stefan Niggemeier sagt dazu: Gute Unterhaltung!

Für die hat Humor etwas zu tun mit Nierenschmerzen, Delirium und Melanies Popo (wo doch jeder weiß, dass Melanie ihren Popo NICHT mag. Und Popo: Dieses Wort benutzen nur kleine Kinder und Gagautoren aus dem Menschenhandels-TV, aber doch keine korsische Putzfrau!).

Solche handwerklichen Fehler würden dir niemals unterlaufen. Und so eine tiefe menschliche Verfehlung auch nicht.

Du versuchst, Brüderle aus der Scheiße zu reiten in einem gleißenden Text. Das nennt sich Ritterlichkeit, ein Wort, von dem niemand etwas weiß.

Lieber Rainer Brüderle,
es ist das Leben.
Herzlichst

F. J. Wagner

Jede Zeile, die Du schreibst, ist die beste Deines Lebens.

So glaube mir, Fanz Josef: Sie werden Dich nicht kriegen. Du schreibst schneller, dichter, wahrer.

Mögest Du der Gossen-Goethe sein ewiglich. Jetzt aber bist Du selbst – Goethe.

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Berliner Supermärkte

Es gibt Butter, Milch und Mehl, aber keine Petersilie.
Es gibt Nudeln, Goldbären und Hefe, aber keine Butter.
Es gibt Bockwurst, Erbsen extrafein und Bananen, aber kein Hackfleisch.

Es gibt Mango, Oregano und Paprika, aber keine Zwiebeln.
Es gibt Emmentaler, Brie und Analograspel, aber keinen Gouda.
Es gibt Quark, Joghurt und Buttermilch, aber keine Sahne.

Es gibt Parmaschinken, Geflügelwurst und Mettenden, aber keine Leberwurst.
Es gibt Dosenmais, Schattenmorellen und Gewürzgurken, aber keine Dosentomaten.
Es gibt Reis, Quinoa und Pfanni halb und halb, aber kein Mondamin.

Es gibt Cola, Fanta, Sprite, aber keinen Apfelsaft.
Es gibt Macadamia, Haselnuss und Mandeln, aber kein Mehl.
Es gibt Beuteltee, Espresso und Eier, aber kein Toastbrot.

Es gibt Pfeffer, Salz und Paprika ungarisch, aber keinen Zucker.
Es gibt Pizza Hawai, Schlemmerfilet à la Bordelaise, aber keinen Spinat.
Es gibt Kaugummi, Flachmänner und Twix, aber keine Marlboro.

Bier ist nie alle.

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Heidi Klum und die Negerkinder – Zum Anschied von Peter Lewandoski

Die Spitzenzeitschrift “Gala” hat einen neuen Chefredakteur. Er heißt Christian Krug und soll die Verzahnung von Print und Digitalkram vorantreiben.

Unter seiner Ägide gibt es Neuigkeiten. Zum Beispiel von Heidi Klum.

Gala Titelbild mit Heidi KLum

Heidi Klum ist ein anderer Mensch geworden

Die war bei den armen kleinen Negerkindern. Ganz schlimm alles. Leider nur Fotos, auf denen “die Klum” ihr tolles Lachen hat. Die Kinder haben nichts. Noch nicht einmal einen Namen.

Daher Abfeaturen im Editorial. Die Leser haben eine Entschuldigung verdient. Heidi Klum – macht immer eine gute Figur. Hat aber geweint. Nach dem Shooting. Allein, im Hotel, in die Kissen.

Schreibt doch tatsächlich der neue Chefredakteur. Peter Lewandowski hätte es weit glamouröser gekonnt. Menschlicher.

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Freiheit oder Tod: “Shades of Grey” mit Zusatz-Content

Die bleierne Zeit ist zu Ende. Die protzigen Bücherregale der Bourgeoisie sind zertrümmert. Endlich konnte der Text vom lästigen Papierkram befreit werden. Der Literaturkritiker Malte Herwig hat seine Bücher guillotiniert und eingescannt. Nun sitzt er mit seinem eBook-Reader in der Badewanne und liest eine Bismarck-Biographie. Das Lesegerät hat er zum Schutz gegen den Fichtennadelschaum in einen Umschlag aus Melitta-Toppitz gesteckt. So schön ist die neue Zeit, so frei – und auch so preisgünstig: Für seine Buchguillotine hat Herwig lediglich 200 Euro bezahlt.

Nur noch ein kurzer Wimpernschlag der digitalen Revolution, und alles ist vorbei: Die seit den dunklen Gutenbergzeiten andauernde Gefangenschaft des Textes zwischen zwei schweren Buchdeckeln ist beendet. Kein Literat muss sich fürderhin in einer kärglich eingerichtete Schreibstube einschließen, um langwierig irgendwelche Romane abzufassen und über diese einsame Beschäftigung zum Alkoholiker zu werden. Jörg Fauser könnte noch leben, wenn er nicht an die Schreibmaschine gefesselt gewesen wäre, sondern die Kapitelnentwürfe zu “Rohstoff” auf Facebook geteilt hätte und in einen lebhaften Dialog mit Freunden und Followern eingetreten wäre.

Druck ist nie gut, das weiß jeder Reformpädagoge. Und so hat auch der Buchdruck unermessliches Leid über Autoren, Romanciers und Leserinnen und Leser gebracht. Das Anbrechen der Neuen Zeit hat diese schauerliche Schreckensherrschaft des Bleisatzes und das menschenverachtende Treiben des Rollenoffsets pünktlich zur diesjährigen Contentmesse in Frankfurt beendet. “Die Literatur boomt“, jubilierte “Der Freitag” am Donnerstag.

Nur muss man sich Literatur nicht mehr vorstellen als eine schier endlose Abfolge der ewig gleichen 26 Buchstaben. Vielmehr verwandelt sich der pure Text in “enriched content”. Literaten hämmern nicht mehr monoton auf die Tastatur ein. Ihnen steht ein völlig neues Arsenal an kreativen Möglichkeiten zur Verfügung: Sie können twittern, Leserdialoge führen, Videos filmen, schneiden und ins Netz stellen, Autogrammstunden auf Skype abhalten, sich ihren Text selbst laut vorlesen und ins Netz streamen, auf Profilfotos aus poppen.de verlinken, um ihre literarische Vorlage plastischer werden zu lassen. Und vieles mehr.

Wie trist die Welt zuvor war, zeigt ein Blick in eines dieser angeblich guten, aber doch nur alten Bücher. Greifen wir doch einmal zu “Die Wohlgesinnten” von Jonathan Littell. Erzählt wird das Dritte Reich aus der Pespektive eines Täters. Blättern wir vor zur ersten Vergewaltigungsszene: Der Erzähler schildert eindringlich, wie er von Männern in den Arsch gefickt wird, ohne sein Einverständnis gegeben zu haben. Leider sieht die Seite genau so aus wie die Seiten davor oder danach. Unterschiede bemerkt nur der, der genau hinschaut und Wort für Wort entziffert. Das ist schade, denn das Thema ist wirklich gut, und der Autor kennt sich echt aus mit dem Dritten Reich und so.

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Eine Ausgabe von “Die Wohlgesinnten” auf dem iPad könnte die Dramatik des Textes wesentlich erhöhen, wenn es die schönsten Szenen als Video eingebunden veranschaulichen würde. Die wenigsten Menschen schließlich können sich noch an die Hitlerzeit erinnern oder sind in der Barebacking-Szene aktiv. Ein um Bewegtbild erweiterter Text erschlösse neue Leserkreise und böte neue Erlösmodelle. Der Text bekäme eine ganz andere Dringlichkeit, wenn man sich zusätzlich gegen eine kleine Flattr-Gebühr ein paar Nazihomopornos anschauen könnte, die der französische Autor selbst gedreht hat.

Für die Literaten ist der Tod des Buchs ein Segen. Wie wichtig die Erweiterung von Text mit Bewegtbild ist, hat die Verfilmung von Uwe Tellkamps “Der Turm” ja gerade erst bewiesen. Man wagt kaum sich vorzustellen, was für ein Welterfolg Charlotte Roche mit “Feuchtgebiete” zuteil geworden wäre, wenn das Werk nicht als ärmlich ausgestattetes Papp-Hardcover erschienen wäre. Spielend hätte die Autorin den amerikanischen Markt erobern können, wenn der Text in einer eBook-Version mit Bewegtbildformaten wie “Die Autorin ganz privat” oder “Beauty-Tipps für ganz unten” ausgestattet gewesen wäre!

Content is King

Shades of Grey: Welterfolg mit Zusatzcontent

Die Fußnoten von David Foster Wallace als Hyptertext-Links, die Bibel fürs Kindle mit automatischer Rückübersetzungsfunktion ins Lateinische, “Shades of Grey” als “enriched content”-Version mit einem interaktiven Dungeon-Game: Wir beginnen erst zu ahnen, welche Blütezeit der Literatur nun beginnt. In “1984″ gibt es am Schluss eine Szene, in der jemand von den Schergen des Großen Bruders einen Rattenkäfig vor das Gesicht geschnallt bekommt. In der heutigen Medienrealität ist die bloße Beschreibung einer Ratte, die einem das Gesicht zubeißt, wenig eindrucksstark. Gerade Jugendliche haben mit ihren Smartphones härteres Material auf dem Pausenhof aufgenommen. Die Dystopie von Orwell? Das interessiert sie nicht mehr. Schade. Doch das Internet kann Abhilfe schaffen. Eine elektronische Ausgabe könnte die Folterszene emotional anreichern. Wie? Mittels Augmented Reality nimmt der Leser sein Gesicht per Webcam auf, betritt die von Orwell beschriebene Örtlichkeit und kann auf dem Screen seines Lesegerätes zuschauen, wie das eigene Gesicht zerbissen wird. So geht Literatur heute.

Lesen Sie bitte folgenden realted content: “Ertränkt sie im Ententeich” – Vorschläge zu einer Literatur der Neuen Zeit

 

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