So räumen Sie Ihr Oberstübchen auf! – Mentales Wohnen liegt im Trend

Geistiges Völlegefühl, innerliche Schwere, gedanklicher Druck: Das Weihnachtsfest produziert Jahr für Jahr neue psychische Wracks. Martha Meiertoberens, Psychoanalytikerin in Hamburg, weiß, warum das so ist, welche Rolle der Mond dabei spielt und was im Elektromarkt in Bad Segeberg geschah.

Zwischen den Jahren herrscht Hochbetrieb auf den Polizeiwachen. Die vorangegangenen Festtage haben die Menschen nicht allein dazu genutzt, sich Apfelnussmandelcrème munden zu lassen. Vielmehr haben sie die Zeit mit der Familie darauf verwendet, sich in ausweglose psychische Sonderlagen hineinzumanövrieren.

Beispiel Fuhlsbüttel: Die dortige Polizeidirektion 12, Abschnitt 3 meldet ein erhöhtes Aufkommen an Beschwerden wegen Ruhestörung. So sei morgens um 2 Uhr 15 eine 24-jährige Frau auf dem Revier erschienen, die sich über zu laute Techno-Musik beklagte. Sie habe zwei Tage und Nächte nicht schlafen können, die Nachbarn trieben es schon sehr arg mit der Beschallung, obwohl doch noch nicht einmal Silvester sei.

Die geschulten Beamten wurden misstrauisch, als die Dame bei Aufgabe der Anzeige den Protokollanten bat, doch bitte das Radio leiser zu drehen, sie verstehe ja ihr eigenes Wort nicht. Denn: Die Wache verfügt über kein Radiogerät. Ein hinzugezogener Arzt lieferte die Lösung des Falls: Die Frau hörte ihren eigenen Herzschlag und hielt ihn für das Schlagen einer Basstrommel.

Blut ist im Schuh

Ortswechsel. Geesthacht, 30.000 Einwohner. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf, als eine 38-Jährige mit einem blutigen Fuß ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Die Frau schloss ein Gewaltverbrechen nicht aus. Ihr Verdacht konzentrierte sich auf ihren Ex-Freund. Dieser habe nach der Scheidung seiner Mutter hochwahrscheinlich das Trinken angefangen und neige seitdem mutmaßlich zu gewalttätigem Verhalten und Computerspiel. Sie könne nicht ausschließen, dass der Mann mit dem Ladekabel eines Smartphones den Fuß aufgeschlitzt habe.

Stundenlange Ermittlungen ergaben indes ein gänzlich anderes Bild: Die Verletzung ging zurück auf einen eingewachsenen Zehennagel.

Auch die Elektronikfachmärkte können sich in diesen Tagen über mangelnden Zulauf nicht beklagen. Ein Großteil des Publikumsverkehrs ist allerings auf Reklamationen zurückzuführen. Für Aufsehen sorgte ein Fall in einer “electronic partner”-Filiale in Bad Segeberg. Eine Kundin hatte sich an einen Mitarbeiter gewandt, um einen fabrikneuen Staubsauger umzutauschen. Das Gerät ließe sich nicht abstellen, es sauge sogar weiter, wenn man den Stecker aus der Steckdose ziehe. Der Kundendienst konnte keinen Defekt finden, der Staubsauger befand sich in einwandfreiem Zustand.

Erst Monate später kam ein Psychologe dem Fehler auf die Spur: Die Frau atmete hörbar ein und aus und hielt das dabei entstehende Geräusch für den Lärm eines durchgängig eingeschalteten Staubsaugers.

Das alles sind kein Einzelfälle. Vielmehr handelt es sich um neurotisches Verhalten, wie es in unserer heutigen Zeit (Stichwort: Burn-out) leider immmer mehr “in Mode” kommt.

Dabei ließe sich derartigen Auswüchsen der Psyche leicht vorbeugen. Hier einige Tipps und Tricks, wie Sie Ihrem Geist im Handumdrehen ein Schnippchen schlagen können. Melden Sie sich bei einer Partnertauschbörse im Internet an, bestätigen Sie mit “OK” und essen Sie viel Obst un Gemüse. Hilfreich ist es zudem, gerade in den Wintermonaten auf dunkle Schnäpse zu verzichten. Wer sich etwas Gutes tun will, treibt viel Sport bei geöffnetem Fenster und meidet zu langes Fernsehen, weil man davon viereckige Augen bekommt.

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