Die Handreichung von Drecksflossen – Zum Ende der Urheberrechtsdebatte

Handreichung – davon geht viel die Rede dieser Tage. Doch es ist nicht immer das schöne Händchen, was da in der Urheberrechtsdebatte gereicht wird. Vielleicht wäre es aber besser, wenn die Beteiligten aufhören, miteinander zu reden und sich eine Weile nicht mehr sehen.

Jetzt ist aber auch mal gut, hat der alte Schirrmacher ja neulich gesagt. Und auch der Lauer schrob zuvor, dass er irgendwie die Lust an der Urheberrechtsdebatte verloren habe, na ja nicht, ganz, aber: Er könne angeblich “beide Seiten verstehen“. Lösung also so ungefähr: artig das Händchen geben, dem jeweils anderen zuhören, seine Position verstehen lernen und hernach in einen konstruktiven Dialog treten. Gemeinsam findet sich sicher für jedes Problem eine Lösung, und morgen ist auch noch ein Tag.

Nun sind viele der Hände, die da gereicht werden, leider ungewaschen. Die Flossen vom Chaos Computer Club beispielsweise haben dreckige Nägel. Nichtsdestotrotz wurde damit ein “Vorschlag zur Güte” [pdf] unterbreitet. Es solle eine “Kulturwertmark” eingeführt werden. Die Idee: Jeder bezahlt entweder über seine Steuern oder die Gebühren für den Internetzugang Betrag x und erhält dafür Gutscheincodes, die Kulturwertmark, die er im Internet für kulturelle Güter nach Wahl einsetzen kann. Eine Behörde – größer, mächtiger und bürokratischer noch als die GEMA -, nein: eine Stiftung werde die Kohle supergrecht zu verteilen wissen. Die Überlegungen lesen sich ein wenig wie ein Pamphlet mit dem Titel “Urheber raus aus dem Euro!” – und in der Tat wird eingangs darauf hingewiesen, dass Künstler nur bis zu einem gewissen Schwellenwert bezahlt werden, weil es ja nicht darum gehen könne, die vermuteten Millioneneinkünfte von Britney Spears zu sichern: “Kein Recht auf Reichtum!”

Auch wenn es die sagenhafte Schwarmintelligenz gewesen ist, die Britney Spears reich gemacht hat, sollen solche Auswüchse der Dekadenz der Vergangenheit angehören. In einer Kommentarspalte auf diesem Blog wurde in einem ähnlichen Zusammenhang auf das Oeuvre des DDR-Liedermachers Gerhard Gundermann hingewiesen: Dem sei es möglich gewesen, herrliche Kunst zu veranstalten und trotzdem den Pflichten seiner Arbeit im Braunkohletagebau nachzukommen.

Dass es soweit mit den Künstlern und Verwertern zumindest kurzfristig nicht kommen wird, wird an anderer Stelle im Netz befürchtet. Denn die Content-Mafia sei weiterhin mächtig, mächtig, mächtig. Thomas Stadler haben die Unterschriftenlisten und die Wortmeldungen der vergangenen Wochen durch die von der Diskussion Betroffenen in tiefe Sorge versetzt. Dass sich gleich mehrere Urheber zu Wort melden, kann ja kein Zufall sein: “Wer koordiniert die Urheberrechtskampagne?”, fragt er. Und antwortet:

Fest steht für mich jedenfalls, gerade nach den Veröffentlichungen im Handelsblatt und in der ZEIT, dass es den Verlagen gelungen ist, die Aufmerksamkeit von sich selbst abzulenken.

Angst.

Die Kanzlei Kompa will ebenfalls Kenntnis von dunklem Treiben der Verlagsbranche haben. Die Bertelsmann-Stiftung sei “fragwürdig” und habe – vielleicht, möglicherweise, das habe ich nie so gesagt! – die 51 Tatort-Regisseure zur “ersten Angriffswelle” formiert – es könne aber auch jemand ganz anderes gewesen sei. Außerdem erfährt derjenige, der der Meinung ist, die Piraten wollten das Urheberrecht abschaffen, dass er diese Ansicht lieber für sich behalten möge. Eine derartige Äußerung sei “schlichtweg Rufmord” (Fettung im Original).

Angst, Angst.

Dann gab es noch den Perlentaucher-Vorschlag an Literaten, nicht immer nur ihren Namen zu schreiben und auch keine Romane oder so. Einfach alle Jubeljahre gedrucktes Papier unters Volk zu werfen und von der Journaille dafür auch noch gelobt zu werden, das könne so auf keinen Fall weitergehen. Das Netz mache es erforderlich, irgendwie anders zu schreiben. Der “tief sitzende Widerwille” gegen diese Anforderung der Neuen Zeit müsse autorenseitig überwunden werden. Rainald Goetz mache es doch vor! Außerdem sei es doch prima, dass die großen Handelsketten zusammenbrächen – um die kleinen Buchhandlungen müsse man sich nicht sorgen. Und: Das Urheberrecht brauchen die Autoren ja gar nicht, weil sie sowieso von staatlichen Subventionen leben und ein Stipendium nach dem nächsten verjuxen.

Vielleicht hat der alte Schirrmacher ja ausnahmsweise unrecht. Vielleicht sollten wir die Hände lieber wieder in die Tasche stecken, anstatt sie uns zu reichen. Angesichts solcher Wortmeldungen ist es am Ende vielleicht gar nicht wünschenswert, in eine konstruktive Debatte einzusteigen. Es gib offenbar nichts, was einer Diskussion würdig wäre.

Lasst uns also endlich vernünftig miteinander reden. Über Fußball.

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9 comments on “Die Handreichung von Drecksflossen – Zum Ende der Urheberrechtsdebatte

  1. Ja! Doch auch hier besteht dringender Reformbedarf. So kann es einfach nicht weitergehen. Die Luft im Ball, die das Fußballspiel erst ermöglicht, gehört schließlich allen, und jeder Bürger hat ein natürliches Recht, mitzubestimmen, von wem und in welche Richtung diese Luft auf von der Allgemeinheit bezahlten Fußballplätzen bewegt wird. Dass sich zudem ganz offensichtlich einige Wenige am Bewegen dieser Luft bereichern, muss ebenfalls unverzüglich gestoppt werden.

    Bitte unterstützt deshalb meine Aktion “Auch wir sind Bundestrainer/innen”, die ich als Handreichung verstehe.

  2. Dass beim Fußball die Spielregeln geändert werden müssen, ist jedem klar. Die Forderungen an DFB und FIFA sind bekannt:

    - Aufhebung der begrenzten Spielerzahl einer Mannschaft: Künftig darf jeder mitspielen. Die Spieler auf dem Spielfeld vertreten dabei ihre Fans, die ihnen mittels Liquid Feedback den gewünschten Spielzug übermitteln.

    - Verürzung des Spiels von 90 auf neun Minuten. So können an einem Tag zehnmal mehr Fußballspiele stattfinden. Das bisherige Angebot an Spielen wird durch die willkürliche Festlegung auf zwei viel zu lange Halbzeiten von den Funktionären künstlich verknappt, um Erlöse aus Eintrittskarten und Übertragungsrechten hoch zu halten.

    - Mehr Transparenz: Es kann nicht sein, dass in der Halbzeitpause sich Mannschaften und Trainer zu Geheimgesprächen in den Stadienkatakomben treffen. Twitter, Live Streams und Mumble bieten hervorragende Möglichkeiten zu Transparenz und Schwarmpartizipation. Da auf diese Weise auch die gegnerische Mannschaft Kenntnis von der Spielstrategie erhält, kann sie sich darauf einstellen. Auf diese Weise verläuft das Spiel stärker im Geist der Fairness und des Miteinanders, weil Wissen miteinander geteilt wird.

    • Außerdem ist es dringend geboten, die Frage der Notwendigkeit eines Torwarts einer kritischen und vorbehaltlosen Prüfung zu unterziehen.

      Die Freude am Fußball findet schließlich ihren Höhepunkt und ihre Erfüllung mit jedem erzielten Tor, und es ist eine bodenlose Ungeheuerlichkeit, dem Zuschauer erst ein Eintrittsgeld abzupressen, um dann anschließend damit jemanden nur dafür zu bezahlen, ihm die technisch problemlos mögliche Anzahl solcher Glücksmomente nach Kräften vorzuenthalten!

      Hier muss etwas geschehen.

      Die berechtigten Interessen des Zuschauers dürfen keinen Tag länger mit Füßen getreten werden.

  3. Es kann nicht darum gehen, die Millionen von Boateng zu sichern. Alle Fernsehsender erhalten ein gleich großes Kontingent der Sportwertmark, mit dem sie Übertragungsrechte kaufen können. Die neugeschaffene GESA (Gesellschaft für sportliche Aufführungsrechte) schüttet die Erlöse an die Vereine aus.

    Die Allianz Arena wird für Fußballspiele gesperrt. Mit dieser Maßnahme wird der Straßenfußball erheblich gestärkt. Das Nutzungskonzept für die Allianz Arena sieht vor, dass das Gebäude nicht abgerissen wird. Es kann für politische Großereignisse von großem öffentlichen Interesse (Bundesparteitage, Verhandlungen über internationale Handelsabkommen) genutzt werden.

    • Nein.

      “Es kann nicht um die Millionen von Boateng gehen”,

      der als Fußballkünstler von seinem übermächtigen Verwerterverein wahrscheinlich sowie nur 5% ( höchstens ) oder so davon erhält.

      Es müssen die Rechte aller Fußballkünstler direkt gestärkt werden.

      Denn den Millionen von Boateng stehen Millionen von fleissigen und begeisterten Kickern gegenüber, die das raffgierige Vergütungssystem von DFB und Stadionmafia bislang leer ausgehen lässt.

      Doch auch hier gibt es bereits konstruktive Vorschläge:

      1) Die Einführung einer Flatrate für die Nutzung von Bällen, Luftpumpen und Fußballschuhen wäre richtungsweisend.

      Diese würde DIREKT an ALLE in Deutschland aktiven Ballkünstler entsprechend ihrer am Ball gelaufenem Meter auf einer Grünfläche ihrer Wahl ausgeschüttet.

      2) Tore und Siege dürfen nicht länger sportliche Erfolge definieren: hier brauchen wir einen runden Tisch und ganz neue Ansätze, denn eine Regelung, bei der die Hälfte aller Ballkünstler zu Verlierern gemacht wird, wird den Anforderungen einer Neuen Gesellschaft nicht gerecht und verhindert die Weiterentwicklung der Sportlichkeit.

      Piraten für eine Welt ohne Verlierer!

  4. Was wollt Ihr? Wie sieht Eure Lösung aus? Ich finde nur Polemik, Kommentatoren die sachlich bleiben werden runtergemacht. Aber Eure Ziele bleiben im Dunklen.

    Vielen ist es nicht klar, weil sie nur über eine oberflächliche technische Expertise verfügen, aber Rechteverletzungen lassen sich im digitalen Zeitalter nur auf genau eine einzige Art und Weise unterbinden: lückenlose Kontrolle und Überwachung absolut jeder Kommunikation. Wenn es das ist was Ihr wollt, solltet ihr auch den Mut haben diese Forderung offen auszusprechen: “wir wollen die Bürgerrechte aller Menschen einschränken um das Urheberrecht zu bewahren, wir finden das ist die Sache Wert”.

    Dann wissen wenigstens alle wo sie dran sind.
    (Das die Schulkinder ihre Musik mittlweweile über Bluetooth tauschen ist in der öffentlichen Debatte interessanterweise noch überhaupt nicht angekommen. Ich nehme schonmal die Lösung für dieses Problem vorweg: unangekündigte Leibesvistitationen und Auslesen des Telefonspeichers).

  5. Wieso sollten die zwei Herren antworten, Dirk?
    Wieso sollten SIE “Lösungsvorschläge” unterbreiten?

    Jede Äußerung von Urhebern geriet bis jetzt –ohne Ausnahme– unter den Generalverdacht, dass diese von einer technophoben Horde paranoider Besitzstandbewahrer getätigt würde, die sich ein Leben jenseits einer Knechtschaft der Content- oder Verwertermafia nicht vorstellen könnte.

    Bei jeder in größerem Rahmen getätigten Stellungnahme der Urheber (z.B. auf Unterschriftslisten) wird zudem stets gemutmaßt, diese sei von der Verwerterseite initiiert oder zumindest koordiniert (siehe obigen Blogbeitrag).

    Aber auch das Kenntlichmachen der (Deiner Meinung nach bislang im Dunkel liegenden) Ziele “Maukenkings” nebst “Kollegen” ist meiner Meinung nach nicht unbedingt vonnöten:
    in sämtlichen Beiträgen und Kommentaren dieses Blogs wird hinreichend dargestellt, dass die bislang vorgelegten “Lösungsvorschläge” der durch die Downloadindustrie verursachten Probleme der Urheber (und natürlich auch der Verwerter) über keine valide, juristisch belastbare Basis verfügen.

    Nur nebenbei bemerkt:
    ich halte es für höchst interessant und recht signifikant, dass sich sämtliche hochrangigen UrhG-Juristen (zu denen ich Vetter & Stadler nicht zähle) einer Äußerung zu diesem Themenkomplex enthalten haben.
    Meiner bescheidenen Meinung nach sehen sie hier weder einen größeren Handlungsbedarf noch einen Handlungsspielraum.

    Bis es soweit ist, dass diese Juristen sich äußern, ist es jedenfalls ein hübscher Zeitvertreib, sich über die allenthalben grassierende Paranoia (“… dahinter MUSS die Verwertungsindustrie stecken!”, “Leibesvisitationen!”) der urheberfernen, aber downloadaffinen Kreise zumindest zu schmunzeln.

  6. Lieber Dirk,

    Ich verstehe inzwischen, dass das freie Saugen im Netz nur so eine Art unvermeidbarer Nebeneffekt ist, der der ‘Piratenpartei’ eigentlich auch völlig wurscht ist, denn es geht in Wirklichkeit um etwas ganz Anderes, um etwas Größeres.

    Es geht um die “Bürgerrechte aller Menschen”.

    Das ist natürlich wichtig, und noch wichtiger scheint mir von daher die Frage:

    Bürgerrechte und Gesetze – können die überhaupt je friedlich koexistieren?

    Wie sieht es wohl in anderen Bereichen damit aus? In denen die Gesetze seit Jahren einfach so vor sich hin regulieren. Dort, wo die Piraten bis jetzt noch nicht genauer hingeschauen konnten. Wie hat man diesen Widerspruch da in den Griff gekriegt?

    1) ‘Ladendiebstahl’

    Nachdem die “Ich-Will-Vor-Dem-Kaufen-Zuhause-Probetragen-Partei” in den späten 70ern von der profitgeilen “Schlaghosen-Mafia” endgültig kaltgestellt wurde, ließ diese zur Durchsetzung ihrer Maximalforderung Nacktscanner und Selbstschussanlagen an den Ausgängen aller deutschen Boutiquen installieren. Ladendiebstahl ist seitdem unmöglich, und man hat auch nie wieder was davon gehört.

    Heute begreifen wir mit unserem durch das Internet sensibilisierte Verständnis:
    weil man damals nicht bereit war, ein zur Persönlichkeitsentwicklung notwendiges zugehöriges Adoleszenzritual (zahlreicheamerikanischenstudienbestätigendies ) zu ‘entkriminalisieren’, wurden jahrzehntelang bei jedem nichtkommerziellen Einkaufsbummel Bürgerrechte wie das ‘Recht-Auf-Mit-Nachhause-Nehmen’ und das ‘Recht-Auf-Nicht-Erwischt-Werden’ mit Füßen getreten. Und unsere Politiker schweigen dazu.

    2) ‘Geschwindigkeitsbegrenzungen’ und ‘Straßenverkehr allgemein’

    Auch hier scheiterte die “Mein-Wagen-Kann-Mehr-Partei” mit ihrem Versuch, die auf der altertümlichen Vorstellung gegenseitiger Rücksichtnahme beruhenden Verkehrsregeln an eine moderne, von großen Teilen der Bevölkerung als legal empfundene, genussmaximierte Fahrweise anzupassen. Die Bremsklotzmafia intervenierte brutal. ( Erklärung: Denen ging der Arsch auf Grundeis, denn wenn irgendwann keiner mehr bremst, wären die ganzen spacken Bremsklotzmillionäre ratzfatz selber voll ausgebremst worden…haha! ). Ihre durch dunkle Lobbyaktivitäten vollständig durchgesetzte Maximalforderung ist heute fester Bestandteil unseres Individualverkehrs: zentral aus dem Bundesverkehrsministerium heraus gesteuerte Bremssysteme in jedem KFZ, sowie globales GPS-Tracking der Bewegungen aller existierenden Tachonadeln. Traurige Realitäten, mit denen wir leben müssen.

    Auch hier wurden wichtige Bürgerrechte wie das ‘Recht-Auf-Adrenalinkick- Unterwegs’ oder das ‘Recht-Auf-Freie-Wahl-Des-Unfallortes’ mit dem Scheinarguments körperlicher Unversehrtheit Dritter ausgehebelt.

    3) “Handtaschendiebstahl”

    Dieser sollte analog zum mittlerweile legalisierten Berufsbild des ‘Mundräubers’ endlich auch EU-weit als traditionelles ethnisches Handwerk anerkannt und gefördert werden, wie die Gruppe “Wir-Sinti-Lang-Finger” mit Hinweis auf ihren durch ihre Folklore legitimierten, ultraliberalen Eigentumsbegriff vorschlug. Pustekuchen! Die “Rentner-Mit-Rollator-Mafia” setzte knallhart ihre egoistische Maximalforderung durch. Handtaschendiebstahl bleibt weiterhin ‘kriminalisiert’! Alle europäischen Handtaschen sind außerdem bis zum Jahre 2018 mit schnitt- und stichfesten Kevelarauskleidungen und gehärteten Vorhängeschlössern nach DIN45/WE29/a nachzurüsten. Zahlen tut das natürlich der Steuerzahler!

    Einzig angetrieben vom Motiv der persönlichen Besitzstandswahrung hat also auch hier eine kleine ( und per Definition ohnehin laufend aussterbende ) Randgruppe bewirkt, dass vielen jungen Europäern aus sozial schwachen, urbanen Randgebieten das “Recht-Auf-Freie-Berufswahl” vorenthalten wird. Pfui Teufel!

    Schon diese wenigen Beispiele zeigen also klar und deutlich:

    Bürgerrechte und Gesetze zur Verhinderung von Straftaten – das ist wie Sonnenlicht und Dunkelheit.

    Dass sie zusammen existieren, ist technisch einfach nicht machbar!

    Wir fassen zusammen:

    “Alle Gesetze, die man auch tatsächlich durchsetzen kann, dienen immer nur irgendeiner Mafia und sind irgendwie immer total scheisse für die ‘Bürgerrechte aller Menschen’ – was man als durchs Internet gut informierter Bürger allein schon deshalb keinesfalls akzeptieren kann!”

    Q.e.d.

  7. @Frank Wer “dahinter” steckt, ob “Contentmafia” oder die Illuminaten, ist mir egal. Deswegen habe ich das auch nicht thematisiert. Lies bitte nicht etwas in mein Posting, das ich nicht gesagt habe.

    Wenn UrhG-Juristen nicht der Meinung sind, das Handlungsbedarf besteht, dann scheinen das zumindest einige Urheber und Verfasser diverser offener Briefe anders zu sehen, sonst wären diese offenen Briefe ja nicht verfasst worden. Und in diesen Briefen werden Forderungen erhoben. Und ja, ich finde sehr wohl, dass jemand, der fordert “den Schutz des Urheberrechts zu stärken” oder “Missbrauchskontrollen bei Providern und Usern” nicht als “Untergang des Abendlandes” bezeichnet (es *wäre* der Untergang des Abendlandes, btw.), sich vielleicht mal ein, zwei Gedanken dazu gemacht haben sollte, wie er sich diesen Schutz denn jetzt genau konkret vorstellt. Direkter Zugriff der Verwerter auf die Daten der Vorratsdatenspeicherung? Deep Packet Inspection wie im Iran? Noch mehr Abmahnungen bei höheren Strafen? Ja was denn nu?

    @Kollege
    Ehrlich gesagt, keine Ahnung was Du mir genau sagen willst. Wenn ich richtig verstehe, ist der Kernpunkt Deiner Argumentation, dass Du mir unterstellst ich setze das Recht auf Filesharing mit Bürgerrechten gleich (was ich nicht tue). Mit mehreren nicht immer wirklich gut passende Polemiken versuchst du anschließend meine Sorge um die Bürgerrechte als vorgeschoben zu entlarven und dadurch abzuwerten: mir geht es in Wirklichkeit nicht um die Bürgerrechte, ich will nur alles umsonst. Vielleicht tue ich Dir aber auch Unrecht, wie gesagt, habe es nicht wirklich 100%ig verstanden, was Du mir sagen willst.

    Also nochmal:

    1. Gesetze und Regelungen haben nur dann einen Sinn, wenn dahinter eine ernstzunehmende Absicht erkennbar ist, ihre Missachtung zu ahnden.

    2. Wenn ich also Rechteverletzungen kriminalisiere, komme ich nicht umhin, diese Rechteverletzung zu ahnden. Sonst kann ich es schließlich auch bleiben lassen.

    Daraus folgt:

    3. Um Rechteverletzungen in der digitalen Welt zuverlässig ahnden zu können, muss ich ein stalinistisches Überwachungssystem installieren, gegen das die iranische Internetzensur wie ein Kindergeburtstag aussieht.

    Es gibt keine dritten Weg. Es gibt nur die Wahl zischen Totalitarismus oder der Hinnahme von File Sharing (und nein, das ist nicht die hysterische Dramatisierung, als die Ihr es gerne sehen möchtet, sondern eine nüchterne, emotionslose Bestandsaufnahme).

    Deswegen habt Ihr mittlerweile einen täglich größer werdenden Teil der Bevölkerung gegen Euch und DAS gefährdet Euer Geschäftsmodell weit mehr als das File Sharing.

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