Die NSDAP und das Urheberrecht

Nachdem sie von 1926 bis 1933 geradezu rasant gewachsen war, hatte die NSDAP in den folgenden Jahren andere – wie soll man sagen – Prioritäten als das Urheberrecht. Sie ließ das seit 1907 bestehende Urheberrechtsgesetz unangetastet. Dabei wäre es durch das Aufkommen des Rundfunks hinreichend reformbedürftig gewesen.

Tatsächlich gab es Überlegungen hinsichtlich einer Reform. Im 25 Punkte umfassenden Grundsatzprogramm der NSDAP ist der Grundsatz “Gemeinnutz vor Eigennutz” niedergelegt. Dieser Maxime folgten auch die Überlegungen zu einer Neufassung des Urheberrechts. Die eigennützigen Verwertungsinteressen des Urhebers sollten im Sinne des Gemeinschaftsnutzens gebremst werden.

Der Urheber tätige seine Werkschöpfung auf Grundlage dessen, was die Allgemeinheit bereits hervorgebracht habe. Er schöpfe aus einem kollektiv hervorgebrachten kulturellen Fundus. Das Werk des Urhebers sei durchaus schützenswert, die Leistung des Urhebers also zu vergüten – um den Künstler zur Hervorbringung weiterer der Allgemeinheit nützlicher Werke zu animieren.

Die Interessen der Volksgemeinschaft standen über dem Individualinteresse eines Urhebers, dessen Rechte beschränkt wurden, wenn sie den Interessen der Volksgemeinschaft widersprachen.

Nacherzählt nach “Das Reichsgericht, das Urheberrecht und das Parteiprogramm der NSDAP”

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